FNG‐Siegel

Das FNG‐Siegel hat sich mittlerweile als Qualitätsstandard für nachhaltige Investmentfonds im deutschsprachigen Raum etabliert.

Unsere nachhaltigen Investmentfonds erfüllen nicht nur die Mindeststandards, sondern haben einen zusätzlichen Stern für eine besonders anspruchsvolle und umfassende Nachhaltigkeitsstrategie erhalten.
 

Ende November 2020 hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) das FNG‐Siegel 2021 verliehen. 73 Asset Manager aus 14 Ländern hatten sich mit insgesamt 177 Investmentfonds für das FNG‐Siegel beworben. 168 dieser Fonds haben das FNG-Siegel 2021 erhalten, wobei die Assets under Management der ausgezeichneten Fonds zusammen stattliche 60 Mrd. Euro betragen.


Wer verleiht das FNG-Siegel?

Das FNG - 2001 gegründet - ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Zu seinen Zielen zählt es, die Qualitätsstandards für nachhaltige Anlageprodukte weiterzuentwickeln und beständig zu verbessern, um so die Qualität nachhaltiger Geldanlagen zu sichern.Verantwortlich für Konzeption und Weiterentwicklung des FNG‐Siegels sowie für den jährlichen Audit‐Prozess für die Bewerberfonds sind neben dem FNG auch die FNG‐Tochtergesellschaft QNG (Qualitätssicherungsgesellschaft Nachhaltiger Geldanlagen), die Research Group on Sustainable Finance der Universität Hamburg sowie das FNGSiegel Komitee.


An wen wird das FNG-Siegel verliehen?

Das FNGSiegel bezieht sich auf einzelne Investmentfonds und nicht auf die Fondsgesellschaften. Es gilt jeweils für ein Kalenderjahr - vorausgesetzt der betreffende Fonds erfüllt auch bei einer jederzeitigen Nachprüfung die Kriterien.

Der Anlageschwerpunkt eines Bewerberfonds kann ein spezielles Nachhaltigkeitsthema sein, der Fonds kann aber auch ein „normaler“ Aktien, Renten oder MultiAssetFonds mit nachhaltiger Ausrichtung sein.

Die Kriterien für das FNG‐Siegel betreffen die drei Nachhaltigkeitsaspekte Umwelt, Soziales und Governance; es handelt sich also nicht um ein reines Öko‐Siegel (nur Umwelt).

Die (finanzielle) Performance eines Fonds ist zudem ausdrücklich nicht Gegenstand des Siegelvergabeprozesses.


Die Vergabekriterien

Die konkreten Kriterien gliedern sich in Mindeststandards für den Erhalt des Siegels und in ein darüber hinaus gehendes Stufenmodell für den zusätzlichen Erhalt von bis zu drei Sternen.

Die Mindeststandards:

  • Transparenzanforderungen zur nachhaltigen Anlagestrategie
  • Nachhaltigkeitsabdeckung für alle Portfoliotitel (100% ESG‐Coverage)
  • Detaillierte Ausschlusskriterien zur Vermeidung von Investitionen in nicht‐nachhaltige Unternehmen und Staaten

Das Stufenmodell für die zusätzlichen Sterne bezieht sich auf die Bereiche:

  • Institutionelle Glaubwürdigkeit (Nachhaltigkeitsanstrengungen des Fondsanbieters)
  • Produktstandards (Research‐Prozesse und ESG‐Reporting auf Fondsebene)
  • Impact (gezielt positive Nachhaltigkeitsleistung des Fonds) 

Für den Prüfungsprozess sind über 80 Fragen zu beantworten und mit diversen Nachweisen wie Fondsbestandslisten, ESG‐Beispielreportings und sonstigen Belegen zu untermauern. Dabei gibt es in der Regel mehrere Prüfungsrunden, in denen der Fondsanbieter auf Nachfragen des Audit‐Teams weitere Angaben und Nachweise liefern muss.

Das FNG-Siegel wird im November vergeben und der ausgezeichnete Fonds darf das Siegel dann für das nächste Kalenderjahr führen.

Die Fondsübersicht: Nachhaltige Fonds / ESG