Pressemitteilung | Erste Hinweise auf Abschwächung der hohen Lohninflation, leichte Erholung in fast allen Anlageklassen

Leichte Erholung an den Finanzmärkten. Nahezu alle Anlageklassen konnten zuletzt etwas von den im Laufe des Jahres erlittenen Preisrückschlägen kompensieren.

Leichte Erholung an den Finanzmärkten. Nahezu alle Anlageklassen konnten zuletzt etwas von den im Laufe des Jahres erlittenen Preisrückschlägen kompensieren. Zu den positiven Faktoren zählten unter anderem die fallenden Inflationsraten bei Rohstoff- und Güterpreisen. Auch bei der bislang noch steigenden Mietpreisinflation weisen schnellere Daten, zum Beispiel von Zillow, auf eine Abkühlung zu Beginn des nächsten Jahres hin. Unter Berücksichtigung der konjunkturellen Risiken aus der zeitverzögerten Wirkung der Geldpolitik bilden sich im Markt Erwartungen in der Größe der reduzierten Zinsschritte der Fed und der EZB im Dezember. Ein nachhaltiges Abfallen der Inflationsraten hin zum 2-Prozent-Ziel erfordert jedoch auch ein neues Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage im Arbeitsmarkt, um das Risiko der Lohn-Preis-Spirale zu reduzieren. Insbesondere im amerikanischen Arbeitsmarkt weisen offizielle Daten bislang nur auf eine langsame Abkühlung des überhitzten Zustands hin.

Die offenen Stellen übersteigen die Anzahl der Arbeitslosen immer noch um das 1,7-fache. Wenig überraschend bleibt deshalb ein deutlich niedrigeres Lohnwachstum aus. Zudem ist das Lohnwachstum beim Antritt neuer Jobs weiterhin überdurchschnittlich hoch. Das derzeitige Niveau dieser Indikatoren überschreitet die Werte aus vergangenen Rezessionen, die für Aktienmärkte besonders risikobehaftet waren, beispielsweise in den Jahren 2000 und 2008. Dies könnte auf erneute Preisrückschläge in wachstumsgetriebenen Märkten wie den Aktien und Krediten hindeuten. Hoffnung erzeugen schnellere Daten von Online-Jobbörsen wie Indeed, die mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten bereits eine fallende Lohninflation anzeigen. Einen positiven Inflationsausblick findet man hauptsächlich in Volkswirtschaften außerhalb Nordamerikas und Europas. Vor allem in Asien fand die Geldmengenausweitung während der Pandemie in geringerem Ausmaß statt. Zudem bremste die Politik die ansteigende Inflation früher ein. Auch in Lateinamerika gilt dies vereinzelt, zum Beispiel in Brasilien.

 

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